How to Kinder- und Jugendreisen

Mitgliederaufschwung zur Jahresmitte: Fünf Zugänge stärken das Netzwerk

16.07.2026

Mitgliederaufschwung zur Jahresmitte: Fünf Zugänge stärken das Netzwerk

16.07.2026

Einblicke in ein vielseitiges Marktsegment

Wie können Destinationen Kinder- und Jugendreisen gezielt für sich nutzen? Dieser Frage widmete sich der Online-Impuls „How to Kinder- und Jugendreisen“ am 7. Oktober 2026. Das Reisenetz stellte Vertreter:innen aus Destinationen die Strukturen, Potenziale und Anforderungen des Kinder- und Jugendreisens vor.

Kinder- und Jugendreisen sind ein eigenständiges Marktsegment mit Potenzial für Destinationen. Sie können Regionen auch außerhalb klassischer Ferienzeiten beleben, regionale Leistungsträger miteinander verbinden und Wertschöpfung vor Ort schaffen. Zugleich unterscheiden sich die Anforderungen junger Reisender, von Schulklassen und Veranstaltern deutlich vom klassischen Freizeittourismus.

In der Präsentation werden für das Jahr 2023 rund 4,8 Millionen Gäste und 11 Millionen Übernachtungen im Kinder- und Jugendreisen genannt. In Deutschland gibt es demnach etwa 3.000 bis 4.000 aktive Jugendunterkünfte.

Drei Perspektiven aus der Praxis

Im Online-Impuls wurden die Anforderungen an Destinationen aus drei Perspektiven betrachtet:

  • Klassenfahrten: Vorgestellt wurde beispielhaft eine fünftägige Klassenfahrt mit Unterkunft, Verpflegung, Transfers sowie sportlichen, kulturellen und erlebnispädagogischen Angeboten. Für Destinationen sind dabei unter anderem geeignete Unterkünfte, erreichbare Ausflugsziele, kulturelle Angebote und regionale Partner wichtig.

  • Kinder- und Jugendreiseveranstalter: Veranstalter suchen Regionen mit jugendgerechten Unterkünften, passenden Sport- und Freizeiteinrichtungen, kulturellen Angeboten, attraktiven Ausflugszielen, guter Erreichbarkeit und verlässlichen Rahmenbedingungen.

  • Jugendunterkünfte: Am Beispiel des BLSV Sportcamps Regen wurde deutlich, dass Jugendreisen keine bloße Auslastungslösung sind. Sie erfordern eine professionelle Auseinandersetzung mit den Zielgruppen und ihren konkreten Bedarfen. Eine klare Positionierung kann zu einer stabilen, ganzjährigen Auslastung beitragen.

Die Rolle der Destination

Destinationsmanagement ist mehr als Gästewerbung: Es geht auch um die Gestaltung attraktiver Lebens- und Aufenthaltsräume. Gleichzeitig müssen Destinationen nicht den gesamten Reisevertrieb, die Reiseabwicklung oder die operative Produktsteuerung übernehmen. Ihre wirksamen Hebel liegen insbesondere in:

  • Sichtbarkeit: Angebote und Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendreisen auffindbar machen.

  • Ansprechbarkeit: Einen festen Kontakt für Unterkünfte, Programmanbieter, Dienstleister und Veranstalter benennen.

  • Vernetzung: Regionale Partner zusammenbringen und Informationen zu passenden Angeboten bündeln.

Der Online-Impuls versteht sich dabei als Orientierung und Einstieg – nicht als Zertifizierung oder Verpflichtung für Destinationen.

Aufzeichnung ansehen

Die Aufzeichnung bietet einen kompakten Einblick in die Grundlagen des Kinder- und Jugendreisens sowie in die Perspektiven von Klassenfahrten, Veranstaltern und Jugendunterkünften.

Jetzt die Aufzeichnung ansehen und erste Anknüpfungspunkte für die eigene Destination entdecken.

 

Wer das Thema vertiefen möchte, kann beim Jugendreise-Kongress am 18. November 2026 in Berlin teilnehmen. Der Workshop trägt den Titel „Potenziale von Destinationen für neue Segmente“ und richtet sich an Destinationsmanagementorganisationen, die die „neue“ Zielgruppe Klassen, Jahrgänge und ganze Schulen aus den umliegenden Quellmärkten als touristischen Kunden gewinnen wollen. Der Workshop eruiert die Potenziale und zeigt die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Klassenfahrtenveranstaltern als Vertriebsprofis in diesem Segment.